Mittlerweile kann wohl niemand mehr seine Augen davor verschließen – unsere Meere sind komplett vermüllt. Beim Schnorcheln schweben sie um einen herum – PET-Flaschen, kleine Plastikfetzen und die winzigen Mikropartikel, die das Wasser trüben. Der Spaziergang am Strand führt uns vorbei an diversen großen und kleinen Plastikresten die sich im Seetang verheddert haben oder Bruchstücke, die einfach am Strand herumliegen. Das ist nur ein kleiner Teil des Eisbergs, der für uns sichtbare Teil. Er ist inzwischen allgegenwärtig – der Plastikmüll im Meer.

Wie viel Müll jährlich wirklich ins Meer gelangt ist nur schwer zu schätzen da die Erfassung davon sehr aufwändig und teuer ist. Laut einer Studie, die im Dezember 2014 in dem Wissenschaftsmagazin PLOS ONE veröffentlicht wurde wird das Gewicht des im Meer treibenden Plastiks auf ein Minimum von 268,940 Tonnen geschätzt. Hierbei wurde lediglich das Plastik erfasst, das auf der Wasseroberfläche treibt!

2009 schrieb Peter Haffner bereits einen Artikel über Kapitän Charles Moore, den Entdecker des Great Garbage Patches, den er bereits 1997 im Pazifik entdeckte. Ein Müllwirbel ungefähr viermal so groß wie Deutschland, mit einer Tiefe von mehr als 10m – und das war vor 18 Jahren. Größe und Dichte dieses Wirbels variieren mit der Strömung und den Winden. Mittlerweile haben sich schon weitere Müllwirbel in den Ozeanen weltweit gebildet.

Wie gelangen diese riesigen Mengen Plastik in die Weltmeere? Der größte Teil des Plastikmülls entsteht an Land. Einmal achtlos weggeworfen machen sich Schuhe, Zahnbürsten, Kinderspielzeug und andere Produkte unserer Wegwerfgesellschaft auf die Reise. Über Flüsse, Städte, Hotels und Müllhalden in Meeresnähe gelangen sie oft erst nach Jahren ans Meer – bei der Langlebigkeit des Materials nicht verwunderlich.

Trotz strengem Verbot durch das MARPOL Umweltübereinkommen – ein international geltendes Übereinkommen zum Schutz der Meere, entsorgen auch viele Schiffe ihren Müll nach wie auf offener See, ein scheinbar unkomplizierter und günstiger Weg der Entsorgung ganz nach dem Motto: Aus den Augen – aus dem Sinn! Die Kontrolle darüber zu behalten ist so gut wie unmöglich.

Ein weiterer großer Müllproduzent ist die Fischfangindustrie. Riesige Teile von alten Schleppnetzen treiben als sogenannte „Geisternetze“ durch die Ozeane und bringen vielen Meeresbewohnern den sicheren und qualvollen Tod!

Es erscheint alles furchtbar düster, doch andererseits zwängt sich mir der Gedanke auf, dass das doch alles keine unvermeidbaren Dinge sind, oder? Warum gibt es keine strengeren Kontrollen über Richtlinien die zum Schutz der Meere getroffen wurden? Warum gibt es nicht viel mehr Schutzgebiete in den Ozeanen? Warum gibt es noch so viel Freiraum für Korruption in der Fischerei? Diesen und noch viel mehr Fragen möchte ich auf meinem Blog nachgehen.

….denn es ist noch nicht zu spät! Jeder kann was tun, damit sich die Situation der Weltmeere verbessert. …. jeden Tag ein bisschen Meer!! Here we go! J

Kreta Januar 2015

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1 Comment on Vom Plastik im Meer

  1. Habe vor ein paar Wochen angefangen bei jedem einzelnen Produkt mit Plastik zu überdenken, ob es auch ohne geht.Es ist unglaublich wieviel unnötiges Plastik gekauft und direkt wieder weggeschmissen wird. Wenn jeder Einzelne anfängt bewußter einzukaufen kann schon einiges bewirkt werden. Es fängt beim klassischen Seifenstück an, welches man anstelle des Plastik-Seifenspenders benutzen kann! Und es gibt noch viele andere Dinge die ersetzt werden können. Fangen wir also an!!!

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